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Kampfsport zur inneren Ausgeglichenheit- Warum wir trainieren?

November 5, 2017

„Blutsport, Gladiatorenkämpfe, rohe Gewalt – Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) bezeichnete die Sportart Mixed Martial Arts sogar einmal als ‚abscheuliche Form der Menschendarstellung‘…“ Eine Schlagzeile in der „Welt“ vom 25.05.2016.

Doch sind Kampfsportler wirklich brutal, aggressiv, gewalttätig? Oder ist das eher ein Vorurteil? Mit Klischees und Vorurteilen hat jeder Sport, jede Nation und auch jeder Mensch täglich zu tun. Um so mehr lohnt sich jedoch hinter die offensichtliche Fassade zu schauen. Ein wahrer Kampfsportler trainiert nicht um andere Menschen zu erniedrigen oder zu verletzen. Ganz im Gegenteil, Mixed Martial Arts ist eher die Königsklasse des Kampfsports in der alle technischen Fähigkeiten eines Kämpfers abverlangt werden. Doch egal welchen Kampfsport man trainiert, der Weg eines Kämpfers funktioniert nur durch innere Ausgeglichenheit und vor allem durch die Fähigkeit unter höchstem Stress richtig reagieren zu können.

Ein Kämpfer, der emotional nicht ausgeglichen ist und sich schnell von Aggressionen leiten lässt, kann in diesem Sport nicht bestehen. Denn wer sich im Kampf von Emotionen leiten lässt, ist beeinflussbar und macht vor allem schnell Fehler.

Das gleiche ist auch auf den Alltag und das Arbeitsleben übertragbar. Egal, ob im Büro, im Kundengespräch oder im Meeting mit dem Chef, die innere Ausgeglichenheit und die Fähigkeit unter Stresseinfluss richtig reagieren zu können, ist essentiell wichtig. Wer auf Arbeit schnell aus der Haut fährt oder Sachverhalte zu schnell persönlich nimmt, wird auch im Alltag schnell Fehler begehen. Der einzige Unterschied besteht nur in der Konsequenz. Wenn ein Kampfsportler einen Fehler begeht, ist die Konsequenz meist Schmerz, weil man getroffen wurde und zwar innerhalb nur weniger Sekunden. Im Alltag oder auf Arbeit ist die Konsequenz nicht direkter Schmerz, sondern macht sich erst nach einiger Zeit bemerkbar.

Fehlende Anerkennung, Ausgrenzung, bis hin zu Frust oder Depressionen können im schlimmsten Fall die Konsequenzen sein.

Also weshalb nicht aus den Fehlern und Erkenntnissen lernen?! Regelmäßiges Kampfsporttraining stärkt nicht nur die Fitness und das Selbstbewusstsein, sondern verändert das gesamte Lebensgefühl. Denn das ständige „auspowern“, das lernen neuer Techniken und vor allem das Anwenden unter Stressbedingungen bringt einen nicht nur als Kämpfer weiter, sondern vor allem als Menschen. Wie schon Kampfsportlegende und Philosoph Bruce Lee sagte, “Absorb what is useful, discard what is useless and add what is specifically your own” ist es wichtig immer seinen eigene Meinung zu bilden und nur das zu verinnerlichen was für einen nützlich ist, sowie um eigenen Erfahrungen zu ergänzen.

Doch auch ethische und moralische Grundprinzipien werden verinnerlicht. Zum Beispiel im Umgang mit Vorurteilen hat man sich als Kampfsportler sehr schnell zu entledigen. Wenn man einen Gegner auf Grund seines Aussehens oder seiner Herkunft unterschätzt, kann einem das im Kampf sehr leicht zum Verhängnis werden. Und auch diese Eigenschaften werden sich von Zeit zu Zeit im Alltag anwenden lassen und unser Zusammenleben um einiges harmonischer machen, sowie gesellschaftliche Probleme abbauen.

Natürlich ist nicht jeder Kampfsportler nach kürzester Zeit ein vollkommen neuer, ausgeglichener und harmonischer Mensch. Es ist ein langjähriger Prozess, der nur den diszipliniertesten und ehrgeizigen Kampfsportlern und Menschen vergönnt ist. Mit Hilfe einfacher und jahrtausender Jahre alter Grundsätze des Kampfsports ist es möglich, diese Veränderungen in sich zu spüren, wie beispielsweise die 5 Prinzipien der legendären Shaolin lehren:

1. Allmähliche Belastungssteigerung,

2. ein Leben lang intensiv üben,

3. Mäßigung bei Essen und Alkohol,

4. unter allen Umständen Gelassenheit und Ruhe bewahren,

5. die Traditionen und Rituale einhalten und ehren.

Die meisten Menschen der westlichen Welt betrachten die Kunst des Kampfes als reines Mittel der Verteidigung, vergessen aber dabei, dass der wirkliche Sinn in der Selbsterkenntnis liegt. Einem wahren Kampfsportler geht es weniger um das Kämpfen an sich, sondern mehr um den Akt des Handelns und die damit verbundene persönliche Erkenntnis und Weiterentwicklung.

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